Als erstes Schiff der Wagenborg-Flotte überhaupt hat die „Sanaborg“ die Insel Nowaja Semlja umfahren. Vor vielen Jahren waren die niederländischen Seefahrer Willem Barentz und Jacob van Heemskerk im Jahr 1596 dem Eisbrecher vorausgegangen. Gut vier Jahrhunderte später flattert nun auch die Wagenborg-Flagge in der geografischen Position 77°12‘ N über dem russischen Archipel.

Die Karasee, die zum Nördlichen Eismeer gehört, ist aufgrund der extremen Witterungsbedingungen rund 10 Monate im Jahr zugefroren. Daher ist dieses Revier nur schwer zu befahren und noch weitgehend unerschlossen. Möglicherweise liegen unter der Karasee Erdöl- oder Erdgasvorkommen, aber dies muss noch bestätigt werden. Aus diesem Grund haben verschiedene Ölgesellschaften in diesem Gebiet gemeinsam die Suche nach Öl und Gas begonnen. Bei diesen Arbeiten werden seismische Forschungsschiffe, die den Meeresboden kartieren können, eingesetzt.

Vor kurzem hat der Eisbrecher „Sanaborg“ ein seismisches Forschungsschiff auf seiner Fahrt durch die Karasee begleitet. Das seismische Forschungsschiff zieht eine so genannte „Spread“ oder Schleppe hinter sich her, die aus mehreren Hydrophonketten besteht und mit Sonar den Meeresboden abtasten kann. Diese Schleppe ist äußerst sensibel und muss von dem Schiff in Bewegung gehalten werden, um nicht auf den Meeresboden abzusinken und beschädigt zu werden. Deswegen muss das seismische Forschungsschiff ständig in Fahrt bleiben. Um dies zu gewährleisten, wurde die „Sanaborg“ zum Freihalten der Fahrrinne vor dem Forschungsschiff eingesetzt. Dabei wurden unterwegs auch einige Baumstämme aus dem Wasser gefischt. Schließlich fungierte die „Sanaborg“ auch als so genanntes "Standby Rescue Schiff" für Rettungsmaßnahmen im Notfall. In diesem besonderen Fall gehörten dazu Situationen, in denen das Forschungsschiff direkt von der „Sanaborg“ unterstützt werden musste, um in Bewegung zu bleiben, beispielsweise mit einer Schlepptrosse.

Die Karasee stellt besondere Anforderungen an die Arbeit. „Unser Arbeitsgebiet liegt querab vor Nowaja Semlja, wahrlich ein Gebiet, wo es außer Nebel, Regen und Kälte nichts gibt. Nur 4 C, viel Wind und ein Seegang bis zu 3,5 m, ein bizarres Gebiet“, so der Kapitän.

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