In Krimpen aan den IJssel ist die MS „Marietje Andrea“ der Familie Danser-van Gent am Freitag, den 19. April dieses Jahres, mit einer höchst ungewöhnlichen Fracht zu einer Transatlantikfahrt aufgebrochen. In Krimpen hatten zwei Schwimmkrane ein 450 t schweres Brückenteil auf das Deck der 126 m langen „Marietje Andrea“ verladen. Die 68 m lange und 15,50 m breite Brücke musste nach St. Martin transportiert werden, wo sie den internationalen Flughafen Princess Juliana mit der Stadt verbinden soll.

Nach einer 14-tägigen Fahrt hatte die „Marietje Andrea“ von Danser van Gent mit der neuen Drehbrücke ihr Ziel, die Insel St. Martin, erreicht. Die Brücke, die letztlich auf einen Mittelpfeiler aus Beton mitten in der Simpson Bay Lagune platziert werden sollte, musste zuerst noch die Simpson Bay Brücke passieren. Wegen der geringen Tiefe und der engen Durchfahrt vor und hinter der Brücke wurden neben der Fahrrinne 2 Anlegepontons auf Ankerpfählen platziert. Die „Marietje Andrea“ legte ohne Probleme am ersten Ponton an. Nicht lange danach wurde die Brücke geöffnet und konnte die „Marietje Andrea“ die Enge langsam, aber sicher passieren. Inzwischen waren dort hunderte Menschen zusammengeströmt, um dieses Spektakel mitzuerleben. Nie zuvor war ein Schiff mit solchen Abmessungen durch die Brücke gefahren. Als das Schiff die Brücke passiert hatte, wurde die „Marietje Andrea“ unter großem Jubel von der Menge begrüßt. Der erste Erfolg war verbucht!

Anschließend wurde das Schiff am Mittelpfeiler festgemacht und wurden die Vorbereitungen des Transports der Drehbrücke auf dem Schlitten und das anschließende Absenken in Angriff genommen. Auf dem Mittelpfeiler wurde auf Stahllaufringen ein Schlittensystem installiert, um die Drehbrücke in ihre endgültige Position zu bewegen. Außerdem wurden für das Absenken der Brücke nach dem Transport Holzpallen gebaut. Am folgenden Tag konnte nach dem Aufbrennen der von MHLP entworfenen Seebefestigungen der Transport der Drehbrücke auf dem Schlitten zum Mittelpfeiler beginnen. Während des Transports auf dem Schlitten wurde das Schiff mithilfe von Ballast, den interne und externe Pumpen bewegten, in perfekter horizontaler Position gehalten. Nach einem exakten und gelungenen Schlittentransport ruhte die Brücke auf dem Stahllager auf dem Mittelpfeiler.

Am folgenden Morgen konnte mit der Demontage des Schlittens begonnen werden. Direkt danach begann das Absenken der Brücke. Mithilfe einer eigens entwickelten Konstruktion wurde die Brücke vollständig kontrolliert abgesenkt. Kurz vor dem Aufsetzen wurde sie mithilfe horizontal platzierter Schraubwinden auf den Zehntelmillimeter genau positioniert, um anschließend auf dem Mittelpfeiler abgesetzt werden zu können. Wiederum eine erfolgreiche Aktion! Nachdem alles wieder verstaut war, konnte das Schiff seeklar gemacht werden, um die folgende Tour zu beginnen. Auftrag erledigt!

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