Im September 2012 wurde Wagenborg mit den Kran-, Montage- und Transportarbeiten im Rahmen der Revision des Steamcrackers, der größten Anlage am BASF-Produktionsstandort Antwerpen, beauftragt.

Eine Steamcracker-Revision gehört zu den kompliziertesten Wartungsstopps in der petrochemischen Industrie. Alle 6 Jahre wird diese Anlage für vorgeschriebene Inspektionen, Reinigungsarbeiten, Instandsetzungsarbeiten und Projektarbeiten vollständig abgeschaltet. So wird der Steamcracker auf den neuesten technischen Stand gebracht, um bis zum nächsten geplanten Wartungsstopp wieder rentabel und unbedenklich eingesetzt werden zu können. Die Komplexität des Steamcracker-Wartungsstopps, auch Turnaround (TA) genannt, ist vor allem auf die Mitwirkung zahlreicher unterschiedlicher technischer Disziplinen (Kontraktoren) sowie auf den Einsatz von direktem und indirektem Personal zurückzuführen.

Auf der Grundlage unseres Angebots wurde ein Wagenborg-Projektteam gebildet, in dem alle Disziplinen vertreten waren: Projektleitung, Engineering, Planung, Verwaltung, QSE und Bauleitung. Dieses Projektteam bildete die Basis für eine erfolgreiche Ausführung aller Arbeiten, mit denen wir im Rahmen des Steamcracker-Turnarounds 2013 beauftragt waren. Ein gelungener Start ist die halbe Miete. Deswegen wurde schon rund 6 Monate vor Beginn der Arbeiten ein Kick-off-Meeting veranstaltet, in dem die Meilensteine festgelegt wurden. Im Januar 2013 begannen die Arbeitsvorbereiter von Wagenborg mit der konkreten Vermessung aller Haltepunkte in der Anlage, an denen Kran- und Montagearbeiten vorgesehen waren. Unser Auftraggeber BASF hatte ungefähre Angaben zu den benötigten Krantonnagen vorgelegt. Innerhalb von 10 Wochen wurden in der Anlage 1.200 Haltepunkte vermessen und in unser System eingegeben, woraus sich letztlich ein definitiver Kraneinsatzplan ergab. Dieser Kraneinsatzplan wurde zur Grundlage für die Anzahl pro Kapazitätskategorie einzusetzender Krane und für die Aufstellorte in der Anlage. Für große Konzentrationen von Kranarbeiten an spezifischen Punkten wurde der Einsatz von mobilen Turmkranen vorgesehen.

Am 1. April 2013 wurden zur Vorbereitung der Abschaltung die ersten Geräte am BASF-Steamcracker in Antwerpen eingesetzt. Am 20. Mai 2013 begann die Phase der Heißarbeiten im Rahmen des Steamcracker-Turnarounds 2013 und arbeiteten für die Dauer mehrerer Wochen über 3.500 Personen an dem Projekt. Wagenborg hatte in diesen Spitzenwochen über 150 Mitarbeiter vor Ort: Planer, QSE-Mitarbeiter, Koordinatoren, Bauführer, Lascher, Fahrer, Kranführer, Gabelstapler- und Teleskopstaplerfahrer sowie unterstützendes Personal. Der Fuhrpark bestand während der Spitzenbelastung aus 38 Kranen mit einer Kapazität von 30-500 t, während für den Transport der Teile 40 Transporteinheiten eingesetzt wurden. Alle Wagenborg-Niederlassungen in den Niederlanden und Deutschland haben die benötigte Unterstützung in Form von Personal und Equipment geleistet.

Der wichtigste Punkt bei den Arbeiten ist Sicherheit; in diesem Bereich dürfen keinesfalls Konzessionen gemacht werden. Bei BASF wird nur die strengste Sicherheits- und Ausführungsnorm akzeptiert und werden ausschließlich Kontraktoren eingesetzt, die diese Anforderung erfüllen. Wagenborg hat im vergangenen Jahr das VCA-P-Zertifizierungsverfahren absolviert und erfüllte somit diese Norm von BASF ohne Probleme. Diese Norm wurde auch auf den wöchentlichen Sicherheitsrunden zusammen mit dem BASF-Management überprüft. Auf jeder wöchentlichen Sicherheitsrunde zeigte sich, dass die Leistungen von Wagenborg im Bereich der Sicherheit BASF auch in der Praxis voll überzeugten.

Neben den regulären Stillstandarbeiten wurden während des Steamcracker-Turnarounds 2013 auch zwei neue Projekte durchgeführt. Dabei handelte es sich um den Austausch eines 40 t schweren Säulenständers und den Austausch von 4 Separatoren mit einem Gewicht zwischen 25-35 t. Beide Projekte verlangten den Einsatz eines 500-t-Krans mit 180 t Ballast und Abstützkasten. Diese zwei Projekte, die übrigens parallel ausgeführt wurden, bildeten zugleich den roten Faden für den Steamcracker-Turnaround. Eine Verzögerung bei diesen Projekten hätte zugleich eine erhebliche Verzögerung in der Planung bewirkt. Dank einer professionellen und gründlichen Vorbereitung und Ausführung wurden beide Projekte problemlos innerhalb des Zeitplans und zur vollen Zufriedenheit der Turnaround-Leitung von BASF realisiert.

Am 15. Juni 2013 wurden die Fackelarbeiten gestartet und wurde der Steamcracker wieder hochgefahren. Alle Arbeiten waren wie geplant verlaufen und jeder kann mit Zufriedenheit auf diesen Mega-Auftrag, den der Steamcracker-Turnaround 2013 darstellte, zurückblicken. Die Anlage wurde zum geplanten Termin wieder in Betrieb genommen und das Wichtigste: alle Arbeiten wurden auf sichere Weise ausgeführt, ohne Konzessionen an die im Voraus festgelegte Sicherheits- und Qualitätsnorm.

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